Assistent für Kriminalprävention
Assistenten für Kriminalprävention in Karlsbad
Die Abteilung für Kriminalprävention des Innenministeriums der Tschechischen Republik (Ministerstvo vnitra ČR) setzte seit September 2009 in zehn Lokalitäten der Tschechischen Republik das „Programm zur Prävention von Kriminalität und Extremismus – Úsvit (Morgendämmerung)“ um. Ziel war es, die Sicherheit in sozial ausgegrenzten Gebieten und deren Umgebung zu erhöhen, sozial riskante Erscheinungen einzudämmen, Angriffen mit extremistischem Motiv vorzubeugen und nicht repressive Arbeitsmethoden sowohl der Polizei der Tschechischen Republik als auch der Gemeindepolizei zu fördern. Im Rahmen des Programms Úsvit wurde das Projekt „Assistent für Kriminalprävention“ als erfolgreich bewertet.
In Karlsbad sind die Assistenten für Kriminalprävention (APK) seit Januar 2013 im Einsatz. Ursprünglich sollte dieses Karlsbader Projekt mithilfe von fünf Assistenten die öffentliche Ordnung und die Sicherheit in einem sozial ausgegrenzten Objekt und dessen Umgebung aufrechterhalten (städtische Unterkunft in der Straße Úvalská). Die APK hatten zudem die Aufgabe, den Kontakt zu den Bewohnerinnen und Bewohnern der Wohnsiedlung aufzunehmen, zu der die Unterkunft gehörte.
Im Laufe der Jahre hat sich die Anwesenheit der Assistenten in der Unterkunft bewährt, deshalb haben wir ihre Tätigkeit auf eine weitere städtische Unterkunft (in der Straße Kollárova), auf den Unteren Bahnhof (Dolní nádraží) sowie auf einzelne Problemgebiete der Stadt einschließlich des historischen Zentrums ausgeweitet. Die Arbeit der APK ist insofern besonders, als es sich nicht um eine repressive Tätigkeit handelt, sondern um eine Rolle, die auf Sozialarbeit, Prävention und den Aufbau von Beziehungen in der Gemeinschaft ausgerichtet ist. Ihre Anwesenheit soll Vertrauen zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und den Sicherheitskräften aufbauen, die Regeln der öffentlichen Ordnung erklären und als Bindeglied in problematischen Lokalitäten wirken. Kurz gesagt: Der Assistent arbeitet dort, wo die klassische Polizei häufig auf eine Barriere des Misstrauens stößt. Sein Ziel ist es, das Umfeld so zu verändern, dass Kriminalität weniger möglich wird und die Menschen bessere Chancen haben, sich in der Gesellschaft zu behaupten.
Im Rahmen verschiedener Projekte, die vom Innenministerium, vom Ministerium für Arbeit und Soziales (Ministerstvo práce a sociálních věcí) und nicht zuletzt aus Mitteln der Fonds der Europäischen Union finanziert wurden, erreichte die Zahl der in Karlsbad tätigen Assistenten in den besten Jahren bis zu achtzehn Personen, von denen vierzehn aus den oben genannten Fördermitteln mitfinanziert wurden.
Nach dreizehn Jahren Erfahrung können wir feststellen, dass sich das System als wirksame Ergänzung der klassischen Arbeit der Stadtpolizisten bewährt hat. Die Assistenten sind unmittelbar dort präsent, wo es zu Risikoerscheinungen kommt, und dank ihrer Kommunikationsfähigkeit gelingt es ihnen oft, eine Situation gewaltfrei zu lösen. Kommt es jedoch zu einem schwerwiegenderen Vorfall, dienen die Assistenten als erster Kontakt, auf den anschließend eine Streife der Stadtpolizei oder der staatlichen Polizei reagiert.
Trotz der beträchtlich positiven Resonanz auf die Tätigkeit der APK aus dem ganzen Land zieht sich der Staat derzeit aus der Förderung dieser Projekte zurück. Den Städten fehlen daher ausreichende Mittel für ihren Betrieb, und in manchen Städten werden die Stellen sogar gestrichen. Momentan erhält die Stadtpolizei Karlsbad nur noch für vier Assistenten einen Zuschuss, und zwar aus dem Fördertitel des Innenministeriums. Aus diesem Grund wurde die Zahl der APK-Stellen schrittweise auf vierzehn verringert, wobei die Stadt neben dem Eigenanteil auch die Kosten für die übrigen zehn Assistenten trägt. Heute betreuen die APK vorrangig die städtischen Unterkünfte in der Straße Kollárova und in der Straße Jateční (als Ersatz für die Unterkunft in der Straße Úvalská, die derzeit saniert wird), das historische Stadtzentrum und das Areal des Unteren Bahnhofs. Unsere Assistenten nehmen gelegentlich auch an Programmen teil, die von der Abteilung für Prävention und Aufsicht für Kindergärten und Grundschulen veranstaltet werden. Darüber hinaus helfen uns die Assistenten bei verschiedenen gesellschaftlich-kulturellen und sportlichen Veranstaltungen.